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Qualitätsrahmen

Qualitätsrahmen für Ganztagsschulen

Die Werkstatt „Entwicklung und Organisation von Ganztagsschulen“ hat einen allgemeinen Qualitätsrahmen für die Arbeit an Ganztagsschulen entwickelt. Dieser Qualitätsrahmen für Ganztagsschulen soll Schulen, schulischen Unterstützungssystemen, der Gesamtsystemebene in Schulaufsicht, Schulinspektion und Schulträgern sowie der Wissenschaft eine erziehungswissenschaftliche Orientierung für die Entwicklung und Gestaltung des Ganztagsbetriebs und für ihre Erforschung und die Qualitätsüberprüfung geben. In der praktischen Arbeit geben Qualitätsmerkmale und -kriterien Halbtagsschulen, die eine Umwandlung zur Ganztagsschule anstreben, wichtige pädagogische und organisatorische Orientierungen und Anregungen zur Entwicklung, während sie bestehenden Ganztagsschulen für ihre Arbeit am Ausbau, an der Evaluation und an der Weiterentwicklung helfen sollen.

Der ausgearbeitete Qualitätsrahmen basiert einerseits auf systematisch-theoretischen Begründungszusammenhängen und Zielorientierungen für ganztägige Schulen, die sich aus sozial- und erziehungswissenschaftlichen Ansätzen der Sozialisations-, Schul-, Bildungstheorie und entsprechenden empirischen Erkenntnissen herleiten lassen; andererseits ergeben sich Qualitätsmerkmale aus empirischen Resultaten der Schulqualitäts- und Schulentwicklungsforschung zur Entwicklung, zur Gestaltung und zu Wirkungen von Ganztagsschulen. Auch wenn Qualitätsmerkmale und -kriterien zweifellos normative Anforderungen und Standards beinhalten, versteht unsere Wissenschaftlergruppe ihr Qualitätsmodell eher als Orientierungsrahmenmit Auffoderungs- und Anregungscharakter, um die Qualitätsperspektive bei der Entwicklung und Gestaltung von Ganztagsschulen zu stärken und zunächst auch die Diskussion um Qualität zu beleben und zu intensivieren.

 

Zum Aufbau des Qualitätsrahmens

Der Qualitätsrahmen wurde in Anlehnung an das CIPO-Modell zur Schulqualität aufgebaut und stellt dementsprechend Qualitätsmerkmale auf drei Dimensionen auf: der System- und Strukturqualität, der Gestaltungs- und Prozessqualität und der Ergebnisqualität. Dabei werden zudem Kontextbedingungen einerseits und Schulentwicklungsbemühungen andererseits berücksichtigt. Damit wird erstens in Rechnung gestellt, dass die Schulgestaltung und die Ergebnisse des Schulbesuchs immer in Abhängigkeit von außerschulischen Kontextbedingungen stehen oder sogar Wechselwirkungen vorliegen. Zweitens finden die Bemühungen der einzelnen Schule um systematische Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserung Berücksichtigung, womit das Qualitätsmodell zugleich seinen starren Charakter verliert und dynamische Entwicklungsmöglichkeiten einbezieht.

 

Zur Anwendung des Qualitätsrahmens

Die Qualitätsbereiche oder -dimensionen werden durch Qualitätsmerkmale strukturiert. Die Qualitätsmerkmale wiederum umfassen ein Set von Qualitätskriterien, die die geforderte Qualität faktisch erst definieren. Da Qualitätskriterien nicht direkt feststellbar und messbar sind, werden zu jedem Kriterium konkrete Qualitätsindikatoren benötigt, die es erlauben, das Vorhandensein beziehungsweise den Grad der Realisierung eines Kriteriums zu messen.

Der Qualitätsrahmen kann demnach sowohl für die system- und schulbezogene Entwicklungsarbeit als auch für die Qualitätsanalyse, -überprüfung und -beurteilung über schulinterne und schulexterne Evaluation genutzt werden. Ferner bieten Qualitätskriterien und -indikatoren Ansatzmöglichkeiten für die empirische Forschung. Dabei ist allerdings in Rechnung zu stellen, dass sich gerade aufgrund von Forschungserkenntnissen und der Erprobung von Praxismodellen die Qualitätsmerkmale und die jeweiligen Sets von Qualitätskriterien mit der Zeit verändern können und müssen.

Der Qualitätsrahmen wurde als Basisgrundlage vieler Länderqualitätsvorgaben genutzt.



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